Vorsatz und Fahrlässigkeit

IconVorsatz und Fahrlässigkeit bei der privaten Haftpflicht

Leiter

Die Begriffe Vorsatz und Fahrlässigkeit sind für die private Haftpflichtversicherung von enormer Bedeutung.

Denn im ersten Fall ist die Versicherung komplett leistungsfrei, wohingegen sie im zweiten Fall die gesamten Kosten eines Schadens voll zu tragen hat. Für den Versicherten ist es daher wichtig, die Definitionen zu kennen, die hinter den beiden Begriffen stehen und zu wissen,
dass es vor allem auf die Grautöne ankommt.

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IconDer Vorsatz in der privaten Haftpflicht

InformationDie Vorsatz-Definition orientiert sich an der sogenannten Legal-Definition des Strafrechts. Dies bedeutet, dass die Versicherungen die Begriffe übernehmen, mit denen Juristen arbeiten. Diese unterscheiden zwischen direktem und bedingtem Vorsatz.

LinkDirekt bedeutet beispielsweise, dass man von seinem Balkon gezielt Abwasser auf eine darunter stehende Person schüttet, um ihr die Kleidung zu ruinieren.

LinkBedingt heißt, dass man das Abwasser herunter schüttet, obwohl man sich bewusst ist, dass die Person dort steht und man ihr die Kleidung ruinieren könnte.

In diesem Fall nimmt man die Gefahr „wissentlich in Kauf“.

In beiden Fällen muss die Privathaftpflicht die Kosten nicht tragen, da dem Versicherten bewusst war, dass seine Handlung zu einem Schaden führen könnte oder er diesen Schaden sogar gezielt herbeiführen wollte.

IconDie Fahrlässigkeit in der privaten Haftpflicht

Helm

Die Fährlässigkeit ist das genaue Gegenteil.
Der Schaden entsteht gegen den Willen des Versicherten. Um beim Balkon-Beispiel zu bleiben: Der Versicherte reinigt diesen gerade, bleibt allerdings an einer Kante hängen und stößt versehentlich gegen den Eimer, der deshalb über die Brüstung kippt und die Kleidung der unter dem Balkon stehenden Person ruiniert.

ZitatIn diesem Fall liegt eine einfache fahrlässige Handlung vor, bei der die Versicherung dazu verpflichtet ist, den entstandenen Schaden zu übernehmen.

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IconDie Graustufe: Das Problem der groben Fahrlässigkeit

Problematisch wird es erst, wenn eine grob fahrlässige Handlung vorliegt. Wer z.B. am Steuer seines Autos einen Unfall verursacht, weil er sich um das schreiende Kind auf der Rückbank kümmert, der handelt grob fahrlässig.

Er wollte den Unfall nicht verursachen (keine Tatabsicht), war sich einer direkten Gefahr nicht bewusst, hätte diesen jedoch leicht vermeiden können, wenn er sich an die allgemeine Sorgfaltspflicht im Straßenverkehr gehalten hätte. Bis 2008 galt in diesem Fall das „Alles-oder-Nichts-Prinzip“: Versicherungen legten in den Verträgen bestimmte Obliegenheiten (Rechte und Pflichten des Versicherten) fest, an die sich die Versicherten sich zu halten hatten.

ZitatKam es dennoch zu einem Schaden durch grobe fahrlässiges Handeln, zahlte die Versicherung alles.
Wurden die Obliegenheit jedoch verletzt, übernahm sie nichts.

[pullquote_right]Inzwischen ist die zuständige Norm, §81 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz, geändert:
Bei grober Fahrlässigkeit werden Leistungen gekürzt. Es besteht deshalb ein anteiliger Versicherungsschutz.[/pullquote_right]

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Es ist aus diesem Grund absolut sinnvoll, diesen Fall in einem Preisvergleich unterschiedlicher Haftpflichtversicherungen zu berücksichtigen, um auf diese Weise herauszufinden, wann nach der Ansicht des Versicherers ein Handeln bereits grob fahrlässig ist und in welchem Umfang sie anschließend etwaige Leistungen kürzt.

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